Champions und Newcomer

Champions und Newcomer
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Beim „Best of Interior“-Award 2021 hat die Jury nun in München die Siegerprojekte ausgezeichnet. Gleichzeitig stellt das Buch zum Wettbewerb die 50 besten Einreichungen auf über 300 Seiten vor.

Ein Fehler stand am Anfang, erzählt Svenja Bechtel, Projektleiterin bei Ester Bruzkus Architekten in das Mikrofon der Moderatorin. Erst eine falsche Farbe, die der Anstreicher benutzt hatte, brachte die Planerinnen und Planer auf die Idee für die nun alles beherrschende (und namensgebende) Farbe ihres Projektes: grün. Wie richtig diese Entscheidung war, bestätigte die Jury des „Best of Interior“-Awards 2021 dem Team um Ester Bruzkus. Denn ihre Einreichung „The Green Box“ erhielt den ersten Preis im Wettbewerb. Dies ist bereits der zweite Sieg für das Berliner Büro, das schon 2018 ausgezeichnet wurde.

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Svenja Bechtel (l.), Projektleiterin bei Ester Bruzkus Architekten, und Verlegerin Marcella Prior-Callwey (r.), Foto: Stefan Bösl/Callwey
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Zentrum des Entwurfs für ein 120 Quadratmeter großes Penthouse-Apartment in einem Neubau in Berlin ist ein großformatiger Einbau, eben besagte Box. Sie gliedert die Grundfläche in verschiedene Zonen und schafft zugleich reichlich Stauraum. Zugleich setzt sie mit ihrem kräftigen Grünton den Hauptfarbakzent in der offenen Wohnung. Geschickt kombinieren die Architektinnen und Architekten weitere Materialien und Farben hinzu: Messing, rosafarbenen Marmor, grünen Naturstein. Sicherlich kein Budget-Projekt, doch perfekt umgesetzt, ist „The Green Box“ verdienter diesjähriger Sieger beim „Best of Interior“-Award 2021.

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„The Green Box“ von Ester Bruzkus Architekten, Foto: Robert Rieger
„The Green Box“ von Ester Bruzkus Architekten, Foto: Robert Rieger
„The Green Box“ von Ester Bruzkus Architekten, Foto: Robert Rieger
„The Green Box“ von Ester Bruzkus Architekten, Foto: Robert Rieger
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Decken wagen Farbe beim „Best of Interior“-Award 2021

Bereits seit Jahren zählen Ester Bruzkus Architekten zu den renommiertesten Innenarchitekten hierzulande. Dagegen gingen die fünf Anerkennungen beim „Best of Interior“-Award 2021 an noch weniger bekannte Architektur- und Innenarchitekturbüros. Etwa an Moser und Hager Architekten aus Linz, die das Elternhaus von Anna Moser vorbildlich restauriert haben. Bei den ersten Arbeiten stieß das Architektenpaar unter dicken Farbschichten auf ein historisches Deckengemälde. Unter Hinzuziehung von Fachleuten trugen sie daraufhin in mühevoller Kleinarbeit die Übermalungen ab, so dass das Deckengemälde heute wieder in alter Pracht erstrahlt. Doch nicht alle Wände und Farbreste führten die beiden Architekten in den Ursprungszustand zurück. Anderes behielt seine Patina und wurde lediglich konservatorisch gesichert. Dazu entwarfen Moser und Hager eine Einrichtung, die erfrischend schlicht ist, Eigenständigkeit besitzt, aber den historischen Elementen nicht die Show zu stehlen versucht.

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Restauriertes Wohnhaus von Moser und Hager Architekten, Foto: Moser und Hager
Restauriertes Wohnhaus von Moser und Hager Architekten, Foto: Moser und Hager
Restauriertes Wohnhaus von Moser und Hager Architekten, Foto: Moser und Hager
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Für die „Minimal Flat“ von Fabian Freytag Studio ging ein weiter „Best of Interior“-Award 2021 nach Berlin. In Lichtenberg liefert Freytag mit der 30-Quadratmeter-Wohnung ein gelungenes Beispiel für Wohnen auf engem Raum. Sein Umbau eines Ein-Zimmer-Apartments in einem Sechzigerjahrebau beweist Mut zur Farbe und zeigt originelle Lösungen.

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„Minimal Flat“ von Fabian Freytag Studio, Foto: Fabian Freytag
„Minimal Flat“ von Fabian Freytag Studio, Foto: Fabian Freytag
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Querschnitt durch die Interiorszene

Das Pariser Studio Razavi baute eine Wohnung mit 80 Quadratmeter Wohnfläche in Lyon um. (Lesen Sie zu diesem Projekt auch unseren Beitrag im Baumeister 8/2021) Dabei bewältigten die Architektinnen und Architekten einen Spagat. Einerseits restaurierten sie behutsam die Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert, andererseits schufen sie ein Interieur, dass Aldo Rossi wahrscheinlich gut gefallen hätte.

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„Apartment XVII“ von Studio Razavi, Foto: Simone Bossi
„Apartment XVII“ von Studio Razavi, Foto: Simone Bossi
„Apartment XVII“ von Studio Razavi, Foto: Simone Bossi
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Insgesamt 50 Projekte werden in dem im Callwey-Verlag erschienenen Band „Best of Interior 2021“ vorgestellt. Die Spannweite dieser Inneneinrichtung reicht von verspielt bis reduziert und bildet damit einen umfassenden Querschnitt der Interiorszenen im deutschsprachigen Bereich ab. Das von Guido Heinz Frinken und Ute Laatz verfasste Buch ist ab heute im Handel erhältlich.

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Text: Fabian Peters

 

Publikation:

Guido Heinz Frinken/Ute Laatz
Best of Interior 2021. Die 50 schönsten Wohnkonzepte
320 Seiten, gebunden
München: Callwey 2021
ISBN 978-3-7667-2532-5
59,95 Euro