Wohn- und Geschäftshaus in der Tübinger Pfleghofstraße

Wohn- und Geschäftshaus in der Tübinger Pfleghofstraße
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Dannien Roller Architekten + Partner baute ein spätklassizistisches Wohn- und Geschäftshaus in Tübingen um und erweiterte es gleichzeitig mit einem eingeschossigen Anbau. Ziele waren dabei eine integrierende Architektur und die Schaffung einer Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Wie das Architekturbüro jetzt im Neubau arbeitet, zeigt der Einblick in die Büroräume.

Nur wenige Meter vom Neckar sowie der Altstadt Tübingens entfernt liegt auf dem Schulberg das historische Wohn- und Geschäftsgebäude an der Pfleghofstraße 4/1, das von Dannien Roller Architekten + Partner umgebaut wurde. Als Ergänzung und Verdichtungsmaßnahme wurde auf der bisher brachliegenden Gartenfläche auf der Rückseite des Gebäudes außerdem ein modern gestalteter Neubau errichtet, der sich architektonisch klar vom Bestand absetzt.

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Das ausführende Architekturbüro Dannien Roller Architekten + Partner, das das Gebäudeensemble übrigens selber als Bürofläche nutzt, entschied sich für eine behutsame Neugestaltung des alten Gebäudes. Erschlossen wird es von Seiten der Pfleghofstraße. Hier öffnet sich der Gebäudesockel mit einer von geölten Eichenprofilen eingefassten Fensterfront, die auch die Eingangstür zu den dahinter liegenden Büroräumen beherbergt. Die Räume sind dabei als offene Bürolandschaften konzipiert und unterstreichen so den verfolgten, non-hierarchischen Ansatz einer Arbeitsraumorganisation.

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Moderner Neubau schafft Bezug zum historischen Umfeld

Um den Niveauunterschied zum neuen Anbau auszugleichen, wurde die Bodenplatte des Altbaus auf der gartenwärtigen Seite Richtung Mühlstraße teilweise abgesenkt. Der eingeschossige, skulpturale Neubau beschreibt einen annähernden 90 Grad Winkel und unterscheidet sich in seiner modernen Formensprache deutlich vom historischen Bestand. Bei aller Schlichtheit finden sich jedoch auch Details, mit denen der Neubau den historischen Kontext aufgreift, inmitten dessen er steht. Hier finden sich beispielsweise die eichengerahmten Fenster wieder.

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Oder aber sein rauer Außenputz, der in Struktur und Farbe Bezug auf die mittelalterliche Stadtmauer unterhalb des Gartens sowie die Mauern des Pfleghofs ganz in der Nähe nimmt. Zusätzlich ist der durch den Neubau entstandene Innenhof mit dem Fußweg auf den Schulbergterrassen verbunden. Die Architektur von Dannien Roller Architekten + Partner greift mit dieser Verbindung von öffentlicher und privater Nutzung ein traditionell bedeutsames Element Tübinger Stadtentwicklung auf.

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Sparsame Akzente im Inneren

Im Inneren der Gebäude ziehen sich Schlichtheit und Funktionalität als Raumkonzept weiter durch. Während im Innern des Altbaus grober Putz zum Einsatz kommt, ist im Neubau das rohe Mauerwerk noch sichtbar. Sparsame Akzente und Farbtupfer, wie der leuchtend gelbe Küchentresen im Zwischengeschoss oder der Kronleuchter im Besprechungsraum, verleihen den Innenräumen trotz der Zurückhaltung einen lebendigen Gesamteindruck.

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Text: Arian Schlichenmayer

Fotos: Dietmar Strauß